Die Fähigkeit, einen eigenen Elektrolyt- und Wasserhaushalt zu betreiben, ist notwendige Voraussetzung um ein Lebens ausserhalb des Wassers zu ermöglichen. Der menschliche Körper besteht zu über 70% aus Wasser. Wasser ist also das überwiegend vorhandene Element und die Aufrechterhaltung des Elektrolyhaushaltes außerhalb des wässrigen "Ur-Milieus" wird mit den Nierensammelrohren erreicht.
Der Konfliktinhalt, weshalb die Nierensammelrohre reagieren, ist also "außerhalb des geeigneten Milieus zu sein"!
Da es sich beim Menschen um ein Landlebewesen handelt, ist die Fähigkeit, eine Zeit lang ohne Frischwasser auszukommen, Voraussetzung um das Land zu erobern.
Damit das Nierensammelrohr-Programm nicht aktiv wird, bedarf es vor allem einer Sache: Bezugspunkte.
Das Risiko, sich vom "gewohnten Milieu" zu entfernen, ist nur dann tragbar, wenn man die nächste "Oase" oder "Quelle" kennt, an der man verweilen und sich stärken könnte.
Wenn wir in die Fremde gelangen, ohne Bezugspunkte zu finden, also ohne irgendeine Orientierung zu sein - dann wird das Nierensammelrohr-Sonderprogramm notwendig!
Tragischerweise ist das Nierensammelrohr-Programm in unserer schnelllebigen, unpersönlichen Zeit ein häufiger Effekt. Zusätzlich zu diesem kulturellen Aspekt der Vereinsamung kommt noch die generelle Bezugspunktlosigkeit, wenn man beispielsweise in ein Krankenhaus kommt.
Das akut einsetzende Nierensammelrohr-Sonderprogramm wird in Unverständnis der tatsächlichen Vorgänge als "akutes Nierenversagen" bezeichnet - und dies tritt im überwiegenden Großteil in Krankenhäusern - speziell auf Intensivstationen auf.